Christoph Drebes studierte 2005 bis 2011 an der WFI, wo er nach dem Bachelor den Doppel-Master der internationalen BWL in Kooperation mit der Université Toulouse absolvierte. Nach seinem arbeitete er im Rahmen eines Graduate Schemes bei o2 in München und durchlief dort mehrere Stationen. Dort lernte er auch seinen heutigen Co-Founder Stefan Melbinger aus Wien kennen. Beim gemeinsamen Mittagessen mit ihm kam die Idee für „Mystery Lunch“ und die beiden Freunde starteten das Projekt aus Spaß bei Telefónica. Als es bald immer größer wurde, gründeten sie 2014 Mystery Minds als Nebenprojekt. 2016 kündigte Christoph Drebes seinen Job bei Telefónica, wo er zuletzt in der Position eines Projektmanagers und Prozessoptimierers tätig gewesen war, und arbeitet seitdem in Vollzeit für Mystery Minds. Nun stand der Unternehmer uns für ein kurzes Interview zur Verfügung.

1. Christoph, erzähl uns von Ihrem Unternehmen. Wer seid ihr und was macht ihr?

Mystery Minds macht die digitale Welt menschlich. Wir entwickeln Match-Making Tools, um Mitarbeiter innerhalb von großen Unternehmen persönlich zusammen zu bringen und den zwischenmenschlichen Austausch zu verbessern. Dies ermöglicht den Mitarbeitern, Neues von Kollegen zu lernen, baut Silos zwischen Abteilungen ab und fördert das Gesamtverständnis für das Unternehmen.
Praktisch sieht das so aus: Mitarbeiter melden sich auf unseren Plattformen unter der Angabe von ein paar Daten an. Unser Algorithmus matcht dann Kollegen basierend auf definierten Kriterien und vernetzt die Kollegen zum persönlichen Austausch. Das machen wir inzwischen weltweit für über 100 Unternehmen wie z.B. der Allianz, der Deutschen Bank oder L’Oréal.
Ich muss ab und zu immer wieder schmunzeln, wenn ich sehe, dass ehemalige Kommilitonen der WFI sich bei den Tools angemeldet haben.

  • Unsere erste Lösung war Mystery Lunch: Mitarbeiter werden zufällig mit Kollegen aus anderen Abteilungen zum Mittagessen vernetzt - quasi ein Blind-Date in der Kantine. Die zufälligen Verbindungen fördern den Blick über den Tellerrand, ermöglichen das Entstehen von neuen Ideen & Projekten und machen dabei auch noch Spaß.

  • Für den englischsprachigen Raum haben wir Mystery Coffee entwickelt, da dort die Mittagessenskultur nicht so ausgeprägt ist wie in Deutschland. Das Prinzip ist aber das gleiche.

  • Mit Mystery Job vernetzen wir Kollegen zum Job Shadowing untereinander. Hierbei lernen Mitarbeiter für einen Tag die Arbeit eines Kollegen einer anderen Abteilung kennen.

  • Für das passende Matching von Mentoren und Mentees innerhalb des Unternehmens haben wir Mystery Mentor entwickelt. Wir begleiten den Mentoring-Prozess softwareseitig mit Input für die jeweiligen Mentoring Sessions. Dies funktioniert aktuell ziemlich gut für Reverse Mentoring, bei dem die junge Generation die erfahrenen Kollegen für Fragen zu Trends und neuen Technologien zur Verfügung steht oder beim Cross Mentoring, bei dem 2 Kollegen sich gegenseitig beim Erlernen/Anwenden bestimmter Fähigkeiten unterstützen.

  • Außerdem gibt es Mystery Brain: Hier vernetzen wir Kollegen, die sich zu spezifischen Themen austauschen oder gemeinsam brainstormen möchten.

Das Besondere unserer Technologie ist, dass der persönliche Austausch im Vordergrund steht. Aktuell dreht sich alles um Digitalisierung – doch der Schlüssel für erfolgreiche Zusammenarbeit und somit für den Unternehmenserfolg sind die Menschen.

2. Was hat Dir an Deinem Studium und Deiner Zeit an der WFI ganz besonders gut gefallen? Was konntest Du mitnehmen, was hat Dich geprägt?

Am besten fand ich an der WFI die Möglichkeit im Ausland zu studieren. Im Bachelor war ich ein Jahr in Chile und den Master habe ich zum Teil in Toulouse verbracht. Diese internationalen Erfahrungen sind für mich bis heute sehr prägend und ich bin immer noch sehr dankbar dafür. Außerdem waren die kleinen Seminare und Praxisprojekte meistens sehr spannend, da man sehr aktiv teilnehmen konnte und gelerntes Wissen direkt anwenden konnte. Persönlich hat mich das Engagement in den Studentenorganisationen (AIESEC und Welcome Team) sehr geprägt und sicher dazu beigetragen irgendwann mal ein Unternehmen zu gründen.

3. Was würdest Du aktuellen Studierenden der WFI raten?

Probiert neue Sachen aus und traut euch auch mal Fehler zu machen. Je mehr Angst ihr vor etwas habt, umso mehr könnt ihr daraus lernen. Wenn ihr in Zukunft ein Unternehmen gründen möchtet, fangt jetzt schon an – es ist gar nicht so schwierig wie man annimmt und die Zeit im Studium eignet sich perfekt, da ihr im universitären Umfeld viel Unterstützung bekommen könnt und verhältnismäßig viel Zeit zur Verfügung habt. Verbringt viel Zeit im Ausland – bei Praktika oder Studium – das sind tolle Erfahrungen, die euch die Augen öffnen und die euch niemand mehr nehmen kann.
Und zum Schluss: Lernt ein Grundverständnis des Programmierens und nehmt das Auswendiglernen an der Uni nicht zu ernst – vieles ist später im Unternehmensalltag ganz anders. ;)

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