Henning Giese, Benjamin Graßl, Svea Holtmann und Philipp Krug – wissenschaftliche Mitarbeiterin bzw. Mitarbeiter des KU Research Institute for Taxation – schlagen konkrete Maßnahmen als Beitrag des Steuerrechts zur Krisenbewältigung vor.

In der aktuellen Krise erscheint gesellschaftliche Solidarität so bedeutend wie in keiner anderen Krise der jüngeren Geschichte. Durch steuerliche Anreizsetzung kann solches Verhalten gefördert werden“, erklären die Autorin und die Autoren. Sachspenden an Krankenhäuser und die Überlassung von Gebäuden zur Einrichtung von zusätzlichen Versorgungseinrichtungen sollen etwa auch dann steuerlich abzugsfähig sein, wenn es sich nicht um steuerbegünstigte Zwecke im Sinne der Abgabenordnung handelt. „Dieser Vorschlag wurde nahezu zeitgleich mit der Veröffentlichung unseres Aufsatzes von der Bundesregierung umgesetzt.“

Ebenso könne der Verzicht auf die Rückerstattung bezahlter Konzerttickets, Hotelübernachtungen etc. steuerlich begünstigt werden: Auf Ebene der betroffenen Unternehmen sollten diese Einnahmen steuerfrei sein, auf Seiten der Kunden ähnlich zu einer Spende behandelt werden. „So können die Überlebenschancen kleiner und mittlerer Unternehmen erhöht und solidarisches Verhalten auf Ebene der Kunden gefördert werden“, erklären die Wissenschaftler. Auch die Solidarisierung von Mietern und Vermietern sowohl bei Wohn- als auch bei Gewerbeimmobilien ist erstrebenswert. Durch einen Teil-(Erlass) von Mietzahlungen können existenzgefährdende Situationen entschärft werden. Vermietern könnte eine solche Entscheidung durch die Möglichkeit zeitlich befristeter Sonderabschreibungen erleichtert werden.

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