Letzte Woche Montag war Professor Devin Pope von der renommierten Chicago Booth (University of Chicago), der diesjährige Audi-Gastprofessor und Key Note Speaker im Rahmen der WFI Summer School 2018, zu Gast an der WFI.

Nach einem kurzen Überblick über das Feld der Verhaltensökonomie stellte Pope drei Paper vor, die zeigen, dass sich Menschen nicht immer wie der „home oeconomicus“ des neoklassischen Modells verhalten, sondern ihr Verhalten von Faktoren wie der Persönlichkeit ihres Gegenübers, der ersten Ziffer des Preises oder Verbrauchs oder dem Wetter beeinflusst wird. Das erste Paper handelt von der Rolle der Auktionäre bei der Versteigerung von Gebrauchtwagen an Autohändler in den USA. Pope konnte zeigen, dass beträchtliche Unterschiede zwischen den erzielten Preisen der einzelnen Auktionäre bestehen, obwohl man annehmen würde, dass es bei einem informierten Publikum keinen Unterschied macht, von wem und in welcher Form die Autos zur Auktion angeboten werden. Im zweiten von Dope veröffentlichen Paper wird der „digit bias“ näher erläutert, welches die Sprünge im Preis je Kilometerstand bei Verkäufen von Autos aufzeigt. Kunden sind bereit, für einen geringeren Kilometerstand deutlich mehr zu bezahlen, wenn dieser kurz vor einem Schwellenwert, z.B. knapp unter 10.000 Meilen, liegt. Im dritten Paper wird beschrieben, wie sich das Wetter auf den Kauf von Cabrios auswirkt. Auch wenn man die saisonale Komponente herausrechnet, besteht ein enger Zusammenhang zwischen Wetter und Cabrios: Selbst im Dezember werden an sonnigen Tagen mehr Cabrios verkauft als bei schlechtem Wetter.

Unter den Gästen dieses mitreißenden Vortrags waren auch Studierende der Summer School, die Pope bereits aus dem Modul „Negotiations and Behavioural Economics“ kannten. Die Studierenden erwerben im Rahmen des Moduls der Summer School unter anderem Kompetenzen in den Bereichen Strategien und Prozesse von Verhandlungen sowie ein Verständnis für das Gebiet der Verhaltensökonomie und erlernen zudem, Konzepte aus der Verhaltensökonomik auf betriebswirtschaftliche Rahmenbedingungen und Wirtschaftsmärkte anzuwenden.

Die Augsburger Allgemeiner veröffentlichte einen Artikel über den Vortrag „Economics and Psychology: Lessons from the Car Market“ vom 18. Juli 2018.

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag